SAM

 

       Hallo ich bin Sam!


Im Sommer 92, ich war grad 2 Monate alt, war ich auf einem nächtlichen Streifzug unterwegs. Mein Magen knurrte und das Wetter war auch nicht so doll.

Ich traf auf ein Zweibeiner-Weibchen, das sofort liebevoll auf mich einredete. Also hab ich meinen" Kannst du diesen Augen wiederstehen?"- Blick aufgesetzt und mich kraulen lassen. Als sie weiterging bin ich hinterher, bis vor ihre Haustür. Das hat gedauert bis sie endlich kapiert hat, daß ich noch auf ein Häppchen mit hochkommen wollte.

Nachts hat sie dann vergessen die Schlafzimmertür zu schließen, das war meine Chance auf ein warmes Bett.




Drei Jahre haben mein Frauchen und ich alleine gelebt. Raus durfte ich leider nie. Ich hab sie immer wieder aufs Neue überrascht, mit zerkauten Schnürsenkeln, zerbissenen Telefonkabeln und ausgeleertem Katzenklo. Ihre Dankbarkeit hielt sich aber in Grenzen.

Dann tauchte plötzlich ein Zweibeiner- Männchen auf. Das war zunächst nichts ungewöhnliches, aber dieses blieb über Nacht und kam am nächsten Tag wieder. Nach einem kurzen Machtkampf mußte ich eingestehen, daß er gar nicht so übel war und vier Hände kraulen besser als zwei.




Es hätte so schön sein können, aber eines Tages brach die Unruhe in meinem Zuhause aus. Koffer wurden gepackt und Möbel zerlegt. Ich wurde in einen engen Korb gezwängt und ins Auto verfrachtet. Oh weja, daß hieß bisher immer Tierarzt.

Als ich aus meinem engen Gefängniss befreit war, hab ich mich erst mal umgesehn. Kein Weißkittel in der Nähe, aber die Wohnung in der ich mich befand war fremd und riesig groß. Hab zwei Tage gebraucht um das Haus von oben bis unten zu erkunden.

Am nächsten Morgen stand eine Tür nach draußen offen, also vorsichtig durch geschlüpft und dann war ich im Paradies. Ein großer Garten mit vielen Bäumen, Vögeln, Mäusen." Halleluja, Freiheit ich hab dich wieder!"




Nun leben wir drei schon schon seit 1995 hier. Ab und zu überrasche ich meine Dosenöffner noch mit einer Maus, die ich ihnen liebevoll auf den Badezimmerteppich platziere. Die Freudenschreie , wenn sie morgens barfuß drauftreten, belohnen mich für meine Mühe.


Wenn Frauchen und Herrchen im Urlaub sind ist es Ehrensache, dass ich Haus und Garten bewache. Es kommen dann immer "Ersatzdosenöffner" zu mir. Die eine kenne ich schon lange, sie heißt Hanne und bringt oft Leckerlies mit. Anfangs war sie recht zurückhaltend, aber jetzt streichelt sie mich sogar. Die andere kommt noch nicht so lang. Ihr Name ist Käthe und ich kann sie gut riechen. Leider mißtraut sie meinem unwiederstehlichen Charme, naja vielleicht zurecht. Irgendwer muß ihr erzählt haben, dass ich meine Krallen gern an neuen Besuchern wetze.




Die meiste Zeit verbringe ich jetzt aber mit schlafen. Im Sommer an einem geschützten Platz im Garten und im Winter im Bett von Frauchen.

Ich wünsch mir, daß ich die beiden noch viele Jahre behalten kann.




Es grüßt euch " Samtpfote" Sam    




Müder Hooligan nach der Feier zum Klassenerhalt der Rossoblu






                               _________________________________________




Am 16.06.2009 hat uns unser geliebter Sam verlassen und ist über die Regenbogenbrücke gegangen.

Wir werden dich nie vergessen!