TIERWELT

Die Tierwelt auf Sardinien ist dank der Trennung zum Festland noch sehr ursprünglich. Im Landesinneren gibt es immer noch eine Population von Mufflons, den Vorfahren unserer Hausschafe. Ebenso Gruppen des tyrrhenischen Rothirschs, der schon kurz vor dem Aussterben war. Als Tourist muß man sich allerdings die Mühe machen, Jagdschutzgebiete zu durchwandern um diese scheuen Tiere zu sehen.

Auch die Auswahl an Amphibien und Reptilien unterscheidet sich zu den anderen Regionen Italiens.

Beeindruckt haben mich vor allem die Vögel. Neben bei uns bekannten Singvogelarten wie, Zilpzalp, Fitis, Rotkehlchen etc gibt´s die allgegenwärtigen Occhiocotto  ( Samtkopfgrasmücke) , den Wiedehopf, diverse Eisvogelarten wie den Bienenfresser, Würger und Seeschwalben.

Watvögel in großer Auswahl findet man fast überall. Vorallem auf der Sinis-Halbinsel  und in den Salinen um Cagliari. Verwunderlich ist ,dass in nächster Nähe zum Industriegebiet in Cagliari, Flamingos ihre Brutstätten errichtet haben.

In den Gebirgsregionen kann man immer wieder Greifvögel wie Adler oder Rotmilan beobachten und an geschützten Steilküsten ( z.B. auf San Pietro) die seltenen Eleonore-Falken.

Vor allem in Süden sind mir die riesigen Fledermausschwärme aufgefallen, die all abendlich zur Dämmerung aus ihren Verstecken kommen. Die Plage mit Stechmücken und Fliegen ist in diesen Regionen kaum der Rede wert.


Eidechsen, fast überall anzutreffen





Flamingos in der Saline von Torre Salinas




Tiere begegnen einem aber nicht nur in Schutzgebieten, sondern meist mitten auf der Straße. Damit sollte man immer rechnen, wenn man auf Sardinien mit dem Fahrzeug unterwegs ist.

Der Gegensatz zur Massentierhaltung, glückliche Schweine überfallen uns bei einer Pause im Gebirge.



Wegelagerer der besonderen Art... Ziegen, können nach jeder Kurve lauern



Es gibt über 3 Mio von ihnen auf Sardinien, sie prägen das Landschaftsbild und sind " Hauptroduzenten" des wohl bekanntesten Produktes,
des Pecorino-Sardo
... Schafe...



Esel ( Asini)... bedingt durch meinen Nickname natürlich die nächste Verwandschaft.
Für mich sind sie hoch intelligente, liebenswerte, aber sehr eigenwillige Tiere. Ihr Wesen drückt viele meiner Charaktereigenschaften aus, deswegen wohl meine Liebe und Verbundenheit. Leider ist auf Sardinien die Haltung von Eseln als Nutztiere total zurückgegangen. Einige werden z.B. zum Bewachen der Schafherden gehalten, die meisten landen jedoch früher oder später beim Metzger. Diese Esel hier haben Glück, ihre Vorfahren waren typische sardische Esel. Die sind heute vom Aussterben bedroht und der Besitzer bekommt Ünterstützung vom Staat, um die Art zu erhalten.

... Luzifer der Eselhengst



...seine  Mädels




       ... der Nachwuchs " Asinello"                                                           



Neben liebenswerten Streicheltieren gibt es auch Arten die bei vielen Angst und Unbehagen auslösen.

Schlangen, Skorpione und Spinnen begegnen einem auch auf Sardinien immer wieder. Wenn auch die meisten Arten für den Menschen ungefährlich sind, ist trotzdem Vorsicht geboten.
Die Aspisviper und die Schwarze Witwe, beides giftige Vertreter ihrer Art, sind in vielen Mittelmeeregionen heimisch. Laut Aussage von Einheimischen kommen beide nicht auf Sardinien vor, was jedoch nicht heißt, dass man ihnen nicht trotzdem begegnen kann.
Ob giftig oder nicht, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen können schlimmeres verhindern.Beim durchwandern von verbuschtem Gelände immer geschlossene Schuhe und lange Hosen tragen. Fest auftreten und Schritt für Schritt vorwärts gehen. Nie blind in Felsspalten oder dunkle Ecken greifen, Schuhe die im Freien standen vor dem Anziehen ausschütteln.
Die Tiere greifen nicht an, sondern beißen nur um sich zu verteidigen, durch umsichtiges Verhalten kann man brenzlige Situationen vermeiden.

Und bitte!!!! Tiere nicht einfach töten nur weil sie gefährlich sein könnten!
Ich hab' eine Schlange mit einem Besenstiel aus der Toilette am Campingplatz gerettet. Mir war egal ob giftig oder nicht, sie sollte nur in Sicherheit sein, bevor ein übereifriger Tourist sie erschlägt.
Überlegt mal was passieren würden, wenn jeder Schlangen oder Spinnen die ihm begegnen töten würde. Insekten, Mäuse und Ratten würden sich unbegrenzt vermehren und wären uns sicher noch lästiger als die vereinzelten giftigen Kreaturen.